STADT DER FRAUEN

KÜNSTLERINNEN IN WIEN VON 1900 BIS 1938

Teresa Feodorowna Ries

* 1874 Moskau – † 1956 Lugano

Foto: Jüdisches Museum Wien

Teresa Feodorowna Ries wurde 1874 in Moskau als Kind einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren. Sie erschlich sich den Zugang zu einer Malereiklasse für Fortgeschrittene an der Moskauer Akademie. 1894 ermöglichte ihre Familie ihr den Umzug nach Wien, wo sie Privatunterricht bei Edmund Hellmer erhielt und als Bildhauerin und Malerin arbeitete. Gustav Klimt selbst lud sie ein, in der Wiener Secession auszustellen. Ries war Mitbegründerin der 1901 ins Leben gerufenen Gruppe Acht Künstlerinnen. Ihren Lebensunterhalt konnte sie durch offizielle Aufträge bestreiten, zudem war sie eine erfolgreiche Porträtistin (unter anderen porträtierte sie Mark Twain). Ab 1906 hatte sie in einem Seitengebäude des Palais Liechtenstein ihr eigenes Atelier, das sie 1938 an die SS abtreten musste. 1942 emigrierte sie in die Schweiz. Für die Skulptur Luzifer erhielt sie 1897 die Karl-Ludwig-Medaille, auf der Weltausstellung in Paris 1900 die Grande Medaille d’Or.