STADT DER FRAUEN

KÜNSTLERINNEN IN WIEN VON 1900 BIS 1938

HELENE FUNKE

* 1869 Chemnitz – † 1957 Wien

Foto: Archiv Peter Funke

Die Malerin Helene Funke wurde 1869 in Chemnitz geboren und studierte zwischen 1899 und 1906 an der Münchner Damenakademie, anschließend war sie in Paris tätig, bis sie 1911 nach Wien zog. Durch ihre Jahre in Paris war sie eng mit den französischen Fauves verbun- den und brachte diesen wilden Malstil nach Österreich. In Wien debütierte Funke in der Secession in der Schau Die Kunst der Frau im Jahr 1910 und in der Ausstellung der VBKÖ im Hagenbund, in der die „Nochpariserin“ in vier Sälen mit 19 Werken vertreten war. Funkes bevorzugte Motive waren emanzipierte, künstlerisch oder musisch begabte junge Frauen. In allen Schaffensphasen setzte sie sich mit der Rolle der Frau in der Öffentlichkeit auseinander. 1918 gründete sie die radikal-expressionistische Künstlergruppe BEWEGUNG mit. In ihren späten Jahren lebte sie an der Armutsgrenze und zog sich in die innere Emigration zurück. Ihr Wiener Spätwerk ist geprägt von einem angepassten, gemäßigt expressiven Stil, was sicher auch den Anfor- derungen des Marktes geschuldet war. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1957 lebte Helene Funke in Wien.